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Worauf stehen Frauen beim Sex?

Worauf stehen Frauen im Bett? Tipps von Sexbloggerin Lotta Frei

Worauf stehen Frauen im Bett? Wie kommen sie zum Orgasmus? Und wie können Männer mit ihrer Freundin am besten über Sex sprechen?

Lotta Frei ist Sexbloggerin, Autorin der Swinger-Bibel* und Expertin, was die Lust der Frau betrifft. Im Interview spricht gibt sie Antworten auf die spannendsten Fragen rund um die Lust der Frau und hat die besten Tipps für Männer parat!

Liebe Lotta, herzlichen Dank für deine Zeit. Du bist Autorin der Swinger-Bibel*. Darin zeigst du, wie Frauen den Sex bekommen, den sie wollen. Warum ist das so wichtig?

Lotta: Weil es keine Selbstverständlichkeit ist. In vielen Schlafzimmern herrscht Sprachlosigkeit. Klar auszusprechen, was einem gefällt, wovon man sich mehr wünschen würde und was man gerne anders hätte, kann eine Herausforderung sein. Was soll mein Mann von mir halten, wenn ich ihm plötzlich gestehe, dass ich vom Sex mit mehreren Männern träume? Ein gemeinsamer Besuch im Swingerclub kann helfen, einen Dialog in Gang zu bringen. Die Vielfalt an Themenabenden, die Eindrücke und Erlebnisse bieten eine Gesprächsgrundlage. Man kann zum Beispiel sagen „Das, was die Frau dort macht, hätte ich auch gerne mal“ – das kommt doch gleich viel leichter über die Lippen, oder?

Wenn Frauen im Swingerclub unterwegs sind, schlafen sie vermutlich auch mit Fremden. Das widerspricht doch dem Klischee, dass Frauen Vertrauen und Liebe brauchen, um Sex zu haben. Was sagst du dazu?

Lotta: Das Bild der männerverzehrenden, lustvollen und unersättlichen Frau ist seit jeher negativ besetzt. Schlampe, Flittchen, Wanderpokal, Dorfmatratze, Nymphomanin – es mangelt nicht an abwertenden Begriffen für Frauen, die ihre Lust ausgeleben. Das hat unser weibliches Selbstbild geprägt. Es gilt anständig, ergeben, treu zu bleiben. Das Patriarchat hat uns da immer noch voll im Griff. Natürlich, es gibt durchaus Frauen, die erst Vertrauen und Gefühle aufbauen müssen, um sich fallenzulassen. Genauso, wie es solche Männer gibt. Und das ist völlig in Ordnung. Aber daneben existiert eine wilde, laute, lustvolle und maßlose Seite der weiblichen Lust. Ich möchte Frauen ermutigen, diese Seite in sich wahrzunehmen und ihr Raum zu geben.

Du gibst Männern im Buch Tipps, wie sie im Swingerclub Frauen erobern, ohne sich aufzudrängen. Gilt das auch im Real Life und was ist dein Geheimtipp?

Lotta: Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Frauen lieben ehrliche Komplimente. Was ist es, das dein Interesse erregt? Ihr Blick? Ein besonderer Kleidungsstil? Oder, wenn man sich schon näher kennt, eine herausstechende Wesensart? Es gibt so viele gute Gründe, eine Frau anzusprechen und damit ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Und wenn sie kein Interesse hat, lass sie ziehen. Im Swingerclub gilt die eiserne Regel: Nein heißt Nein. Davon können wir auf dem normalen Flirt-Parkett noch eine Menge lernen.

Du schreibst auf deinem Blog unter anderem über die weibliche Lust – Warum und was ist daran so interessant?

Lotta: Weibliche Lust ist komplizierter. Für die meisten Männer reichen bestimmte optische Reize, schon legt es ihnen den Schalter um. Bei Frauen spielen viel mehr Faktoren eine Rolle: Atmosphäre, Gerüche, Stimmung, Hormonhaushalt, die eigene Körperwahrnehmung, die To-Do-Liste (der neuerdings viel besprochene „mental load“), das alles nimmt Einfluss aufs Lustempfinden einer Frau. Daneben spielen Fantasien eine größere Rolle. Einfach gesagt: Es reicht mir nicht, einen Penis zu sehen, um geil zu werden. Aber wenn ich mir ausmale, was der Mann an diesem Penis damit anstellen könnte, wie er sich in mir anfühlen wird, ob er mich dominant nimmt, oder mich stundenlang zärtlich verwöhnt – da wird es interessant. Dieses Kopfkino ist auch der Grund, warum erotische Literatur wie die von Suzette Oh oder die Kurzgeschichtensammlung “Jägerinnen der Lust”* von Anouk S.* viele Frauen so anspricht.

Wie stehst du zu Sex in Pornos? Können wir von Pornos lernen oder lieber nicht?

Lotta: Das hängt vom Porno ab! Das Fast Food Angebot auf den gängigen Porno-Plattformen wie youporn oder pornhub hat wenig mit der Realität zu tun. Wer denkt, er könne sich dort zum Beispiel abschauen, wie Analsex funktioniert, ist schief gewickelt. Dafür müssen wir ein Bewusstsein schaffen. Der Umgang mit Porno sollte deshalb schon an Schulen ein Thema sein. Jede*r schaut sie – warum also nicht drüber sprechen? Zum Glück gibt es mittlerweile positive Beispiele wie die Filme der schwedischen Regisseurin Erika Lust. Ihre Reihe „XConfessions“ basiert auf anonymen Geständnissen, die man auf ihrer Seite hinterlassen kann. Daraus wählt sie jeden Monat 2 aus, um sie filmisch in Szene zu setzen. Was ihre Filme außerdem auszeichnet ist die Tatsache, dass es keine gespielten Orgasmen gibt. Wer in ihrem Film kommt, kommt tatsächlich. Das ist etwas, das ich als Betrachterin umheimlich lustbringend finde.

Frauen und Orgasmus – ein viel diskutiertes Thema. Welche Erfahrungen hast du damit, auch aus dem Gespräch mit Bekannten oder Freundinnen?

Lotta: Mit dieser Frage sprichst du bei mir ein heißes Eisen an. Ich hatte nämlich vor wenigen Wochen zum ersten Mal einen vaginalen Orgasmus. Ich dachte schon, irgendwie körperlich fehlerhaft zu sein, und hatte mich damit abgefunden, nur durch äußerliche klitorale Stimulation zu kommen. Und das ist ja auch völlig in Ordnung. Ein Großteil der Frauen kommt nur über die Stimulation der Klitorisperle zum Orgasmus. Ob ich auch durch Penetration kommen kann, hängt in erster Linie davon ab, wie groß der Abstand zwischen Klitorisperle und Scheideneingang ist. Vor allem Männer müssen das wissen und sich weniger daran abarbeiten, eine Frau zum Orgasmus bringen zu wollen. Das kann gut gemeint sein oder nur die Suche nach Bestätigung – für die Frau bedeutet es aber in erster Linie Stress.

Wie kommen Frauen am besten zum Orgasmus?

Lotta: Es gibt unzählige Arten, als Frau zum Orgasmus zu kommen. Die Stimulation der Klitoris ist die verbreitetste Methode, wenn Frauen es sich selbst machen. Manche entdecken schon als junge Mädchen, dass es sich gut anfühlt, wenn man sich dort reibt. Daneben können eben auch die Stimulation der G-Zone (die übrigens nichts anderes ist als die Verlängerung der Klitoris nach innen) des Anus oder des Gebärmutterhalses (Cervix uteri) zum Orgasmus führen. Besonders spannend finde ich, dass auch querschnittsgelähmte Frauen, die klitoral keine Empfindung mehr haben, einen Cervix-Orgasmus erleben können. Die Cervix hängt nämlich nicht am zentralen Nervensystem, sondern hat über den Vagusnerv eine Direktverbindung zum Gehirn. Die Sexualtherapeutin Susann Weißenborn zitiert auf ihrer Seite Frauen, die den Cervix-Orgasmus als „Tor zu einer anderen Dimension“, als „Ritt auf einer Genusswelle“ beschreiben. Wenn ich Schwierigkeiten habe, auf klassische Art zum Orgasmus zu kommen, gibt es also viele alternative Wege, die ich ausprobieren kann. Vor allem die Vielfalt an unterschiedlichsten Sextoys ist ein Segen. Viele Frauen haben zum Beispiel mit dem „Womanizer“* zum ersten Mal überhaupt einen Orgasmus erlebt. Wenn all das nicht hilft, könnte es sich lohnen, sich eine Sexualberatung zu gönnen. Ausgebildete Coaches können einem helfen, auf körperlicher und seelischer Ebene die Knoten zu lösen.

Hast du Tipps zur Technik, wie man als Mann eine Frau schnell und zuverlässig zum Orgasmus bringt?

Lotta: Blöde Frage, nächste bitte! Die Wörter schnell, zuverlässig und Orgasmus in einem Satz machen mir regelrecht Bauchweh. Es gibt nicht die eine funktionierende Methode, weil jede Frau etwas anderes braucht. Ein erster Schritt wäre, einfach mal zu fragen, wie sie berührt werden möchte. Fest oder sanft? Schnelles Reiben oder eher sanftes Entlang-Streichen? Direkt auf der Klitorisperle oder lieber daneben? Ich selbst bin an der Klitoris recht empfindlich und mache einen Satz zurück, wenn Mann mich dort direkt fest berührt. Durch meine Erfahrungen im Swingerclub habe ich gelernt, das auszusprechen und Anweisungen zu geben. Was übrigens fast immer sehr dankbar aufgenommen und umgesetzt wird! Deshalb mein wichtigster Rat an die Männer: fragt nach, ob es so okay ist, was ihr macht. Und an die Frauen: sprecht aus, was ihr wollt, anstatt zu hoffen, dass Er eure Gedanken liest.

Wenn dich ein Mann fragt, welches Sex-Toy er seiner Freundin schenken sollte, was empfiehlst du? Worauf stehen Frauen?

Lotta: Ein Klitorisstimulator wie der Womanizer* oder Satisfyer* hat noch jede Frau glücklich gemacht. Eins meiner eigenen Lieblingstoys ist der Mini Magic Vibrator von Lumunu. Ich benutze ihn sowohl alleine, als auch beim Sex zu zweit. Egal, für was er sich entscheidet – er sollte nicht am Geld sparen. Gute Toys dürfen auch teurer sein. Nicht nur wegen besserer Funktionsweise und längerer Akkulaufzeit, sondern auch wegen des hochwertigen Materials. Billige Dildos und Vibratoren können Weichmacher enthalten, die über die Schleimhäute extrem leicht in den Körper gelangen und den Hormonhaushalt beeinflussen. Um das Geschenk abzurunden, könnte er gleich eine Tube Gleitgel* dazulegen, das sollte sowieso in jedem Schlafzimmer griffbereit sein.

Die Frage aller Fragen: Was wollen Frauen beim Sex?

Lotta: Sie wollen Wertschätzung erfahren und mit ihren Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen wahrgenommen werden. Egal ob beim Kuschelsex, bei hemmungslosen Orgien mit mehreren oder in BDSM-Szenarien – ich will mir immer sicher sein können, dass ich nicht nur Erfüllungsgehilfin für die Lust des Mannes bin. Ich brauche eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der ich mich traue, Grenzen zu setzen, wenn es nötig wird. In der ein Nein vom Partner gehört und bedingungslos akzeptiert wird. Ist diese Sicherheit vorhanden, kann erst der Raum entstehen, in dem Grenzen erweitert und neue Fantasien ausgelebt werden können.

Wie findet ein Mann heraus, was seine Frau oder Freundin beim Sex will?

Lotta: Indem er zum Beispiel beim Sex fragt, ob sich dieses oder jenes gerade gut anfühlt. Ob er damit weitermachen oder lieber etwas anderes tun soll. Über Fantasie und Sehnsüchte zu sprechen fällt dagegen in einer neutralen Situation leichter. Ich halte auch das Smartphone für ein geeignetes Kommunikationsmittel in Sachen Sex, weil es keine unmittelbare Reaktion erfordert. Es wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, seiner Frau zu schreiben: „Ich mag unseren Sex und das Gefühl, dir nah zu sein. Aber manchmal habe ich Lust, etwas anderes oder neues auszuprobieren. XY macht mich zum Beispiel ziemlich an. Was hältst du denn davon? Oder gibt es etwas, das du gerne mal probieren würdest?“. Dabei muss man natürlich darauf gefasst sein, dass sie etwas geil findet, das einen selbst nur mäßig antörnt. Aber auch dafür gibt es ja mit dem Swingerclub eine tolle Möglichkeit, verschiedene Erlebnisse doch gemeinsam zu suchen. 

Gibt es einen Mythos oder ein Missverständnis in Sachen Frauen und Sex oder weibliche Lust, mit dem du unbedingt aufräumen willst?

Lotta: Dass Frauen immer ein Vorspiel brauchen. Eine Umfrage unter meinen Leser*innen bei Facebook zeigte gerade, dass über 80% gerne auch mal einfach genommen werden wollen. Nichts gegen ein ausgedehntes, fantasievolles Vorspiel. Aber die Abwechslung hält die Lust lebendig! Nichts ist auf Dauer langweiliger als das immer gleiche Standardprogramm. Außerdem habe ich erst mit meinen Besuchen im Swingerclub gecheckt, dass total viele andere Frauen auf Sex mit mehreren Männern stehen. Oder auf Sex mit Fremden. Auf sogenannten Wifesharing Parties kann man das wunderbar in einem geschützten Rahmen ausleben. Kurz gesagt: weibliche Lust ist total vielseitig und bunt. Das sollten wir endlich akzeptieren und uns den Raum dafür nehmen! 

Herzlichen Dank!

Am Bild: Lotta Frei, Fotocredit: LaGru

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